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Nordmannstanne

(Abies nordmanniana)

Heimat: Türkei, Georgien und Nordkaukasus-Region Rußlands

 

Wuchs: Stattlicher Baum mit breitem Kronenaufbau; im Freistand tief beastet. Alttannen erreichen in ihrer Heimat Höhen bis zu 60 m.

Standort und Bodenansprüche: Insgesamt stellt die Nordmannstanne nur geringe Ansprüchen an den Wasser- und Nähstoffhaushalt im Boden und toleriert saure wie basische Substrate. Bevorzugt werden humusreiche, milde Lehme und Braunerden. Schwere Tonböden mit geringer Durchlüftung sind nachteilig und erhöhen die Empfindlichkeit gegenüber Winterkälte. Sie zählt eher zu den Halbschattbaumarten und verjüngt sich auch auf der Freifläche erfolgreich. Wie unsere Weißtanne, verträgt sie wenig Luftverschmutzung und wird auf nicht zusagenden Standorten häufig von Läusen befallen.

 

Verwendung: Schönes Solitärgehölz für große Gärten und Parkanlagen. Die Nordmannstanne gehört in ihrer Region zu den wirtschaftlich wichtigsten Baumarten. Besonders leistungsfähige 250-300 jährige Bestände enthalten Vorräte von 1500 fm/ha und darüber. Selbst auf flachgründigen Steilhängen bis 1800 m Seehöhe bilden Altbestände mit unterständiger Buche noch Vorräte von 1200 fm/ha. Insgesamt bestehen im Leistungsvermögen und in den ökologischen Ansprüchen große Ähnlichkeit mit der heimischen Weißtanne, doch durchwurzelt sie verdichtete Böden weniger intensiv.

Im Forst: Da planmäßige forstliche Anbauversuche im deutschsprachigen Raum nur sporadisch und mit unzulänglichen Kenntnissen der Saatgutherkünfte angelegt wurden, gibt es bestenfalls eingeschränkte Anbauempfehlungen. In Dänemark, Frankreich und Belgien verliefen forstliche Anbauversuche im Grenzbereich des Weißtannen-Vorkommens sehr erfolgreich. Sogar flachgründige Kalkstandorte wurden problemlos bestockt. Im Gegensatz zu forstlichen Verwendung hat sich die Nordmannstanne in der plantagenmäßigen Produktion von Weihnachtsbäumen unbestritten den 1. Rang erobert. In Dänemark erwirtschaften Forstbetriebe nach 20 Jahren planmäßigem Ausbau der Weihnachtsbaum- und Schmuckreisig-Produktion heute 75 % ihrer Einnahmen aus diesem Wirtschaftszweig. Dabei werden jedoch nur 15 % der Waldfläche benutzt. Die Hektarerträge liegen bei richtiger Standorts- und Herkunftswahl um 60.000 S / Jahr. Es werden jährlich ca. 5 Millionen Nordmannstannen-Weihnachtsbäume in die Industrieländer Westeuropas exportiert. Der Anteil Österreichs lag 1994 bei 5 %, das sind ca. 250.000 Stück. Die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Christbaumzucht sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung: 1) Die Wahl eines geeigneten Standortes: Frostlagen sind ungeeignet. Schwacher Geländeabfall begünstigt den Abfluss der Kaltluft; Ost- und Südhänge sind dabei weniger empfehlenswert als Nord- und Westhänge. Sehr schwere und nasse Böden sind zu meiden. Der pH-Wert sollte zwischen min. 4 und max. 6,8 liegen.2) Die Wahl der geeigneten Herkunft: Kaufen Sie nur Pflanzenmaterial mit genauen Herkunftsangaben. Eine seriöse Baumschule muss diese Angaben durch die Vorlage der Saatgutrechnung belegen können. 3) Der Einkauf von erstklassigem Pflanzenmaterial. Verwenden Sie nur frische Pflanzen mit einwandfreier Bewurzelung. Ein schlechtes Anwuchsergebnis kann den Umtrieb der Kultur um mehrere Jahre
verlängern und die Rentabilität empfindlich schmälern.4) Eine intensive Kulturpflege, Düngung, Schädlingsbekämpfung und Korrekturbeschneidung. Marktforschungsstudien rechnen mit einer weitere Absatzsteigerung für hochwertige Tannenchristbäume in Westeuropa und mit einem ständig zunehmenden Interesse wohlhabender Schichten in Süd- und Osteuropa. Aus diesem Grunde kann auf geeigneten Standorten ein Anbau zum Zwecke der Christbaumzucht, der Schmuckreisiggewinnung, aber auch für die Holzproduktion mit gutem Gewissen empfohlen werden.

 

 

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